Schriften und Hintergrund
Die Quellen der Yogalehre wurden fast ausschließlich in mündlicher Tradition weitergegeben. Sie wurden im Unterricht vom Schüler auswendig gelernt, so dass man sie nicht immer sicher datieren kann.
Yoga wurde schon sehr früh (vor über 1.500 Jahren vor unserer Zeitrechnung) in verschiednen, alten Schriften erwähnt:
  • in den Veden (veda = Wissen) etwa 1.500 - 1.000 v. Chr.,
  • in den Upanishaden (upanisad = Geheimlehre) etwa um 800 v. Chr. und
  • in der Bhagavadgitta (= Gesang des Erhabenen) als Teil des Epos Mahabharata zwischen 400 v. Chr. und 400 n. Chr.
Die Yoga-Philosophie ist in 2 wesentlichen Schriften verankert:
  • dem Yoga Sutra (sutra = Leitfaden) zwischen 400 v. Chr. und 600 n. Chr. und der
  • der Hathayogapradipika (= die Leuchte des Hatha-Yoga) zwischen dem 10. und dem 15. Jhr. von Svatmarama.
Die Hathayogapradipika gehört zu den Kommentaren der traditionellen Yogaschriften. In vier Kapiteln werden die Techniken des Hathayoga dargestellt (āsana, prānāyāma, bandhas und Meditation).
Das Yoga Sutra vom Autor Patanjali verfasst, ist die grundlegendste Schrift über Yoga. Es besteht aus 195 Leitsätzen, die in 4 Kapiteln zusammen gefasst werden. Der Text selbst ist bis heute unverändert. Es entstanden über die Zeit viele Kommentare zum Yoga Sutra.
Patanjalis Ausführungen sind von allen Schriften die fundierteste Darstellung dessen, was unter Yoga zu verstehen ist und macht deutlich, das Yoga viel mehr zu bieten hat, als Körperübungen und Atemtechniken.   Es ist ein inspirierender Text, der als Leitfaden durch menschliche Alltagsstrukturen verstanden werden und zu klarer Wahrnehmung und zur Selbsterkenntnis eines Menschen beitragen kann.
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Patanjali-Skulptur in der Yogaschule Kreuzberg